px

geschichte
geschichte
 
  SCHÄRDINGER
Als im Jahre 1900 von einigen engagierten Landwirten in Schärding die erste österreichische Zentral Theebutter Verkaufsgenossenschaft gegründet wurde, dachte wohl niemand dran daß der Name Schärdinger hundert Jahre später nicht nur mit Markenbuttersorten wie Primina oder Sommerbutter in Verbindung gebracht werden, sondern geradezu ein Synonym für österreichischen Qualitätskäse sein würde. Man könnte also sogar sagen, daß kaum jemand anderer in Österreich die letzten hundert Jahre die österreichische Milch- und Käsewirtschaft so sehr prägte wie Schärdinger.
 
Von 1900 bis 2000
Von Schärding in die ganze Welt
 
1900   (Boxeraufstand in China, Erste Zeppelinfahrt)
Um sich vor den ausbeuterischen Methoden der Zwischenhändler zu schützen, gründen Schärdinger Landwirte die Erste „Zentral Theebutter Verkaufsgenossenschaft“ zum Sammeln und zur Vermarktung selbsterzeugter Butter.
1901   (Roosevelt wird Präsident der USA, Röntgen erhält den Nobelpreis) Schärdinger Teebutter erhält auf Kochkunstausstellungen in Paris und London einen „großen Preis“ und eine „Goldmedaille“.
1902   (Ende des Burenkrieges in Südafrika, E.Zola stirbt)
Der erste Schritt zur gemeinsamen Buttererzeugung wird durch den Ankauf maschineller Ausstattung genossenschaftlicher Betriebe gesetzt.
1905   (Einstein entwickelt Relativitätstheorie)
Schärdinger übernimmt auch die Vermarktung anderer landwirtschaftlicher Produkte wie Eier und Honig und setzt gleich im ersten Jahr 130.000 Eier um.
1907   (Allgemeine Wahlrecht in Österr., Rasputin am Zarenhof)
Erste qualitätsverbessernde Maßnahmen werden durch laufende Kontrollen in der Landwirtschaftlich-Chemischen Versuchsstation gesetzt.
1909 Henry Ford stellt das erste Serienautomobil vor, Richard Strauss komponiert „Elektra“)
Der „Zentral-Theebutterverkaufsgenossenschaft“ gehören bereits 15 Molkereigenossenschaften an.
1910   (Strawinsky komponiert Feuervogel, East-River-Brücke nach Manhatten eröffnet)
Die Schärdinger Zentrale unterstützt den Anschluß der Molkereigenossenschaft an das damals völlig neuartige Telefonnetz.
1911   (Amundsen am Südpol, Bau der Titanic)
Schärdinger eröffnet ein Verwaltungsgebäude in Schärding und eine Niederlassung in Linz.
1914
–1918
  (Erster Weltkrieg)
Eine der ersten Kriegsfolgen ist das Ausfuhrverbot für Butter. Später folgen weitere Maßnahmen der Zwangsbewirtschaftung bei Milch, Butter und Eiern. Gegen Kriegsende werden auch Möglichkeiten zur Herstellung von Trockenmilch erörtert.
1925
–1928
  (Einführung des Schilling, Erfindung der Mickey Mouse)
Schärdinger errichtet eine Niederlassung in Wien; durch die allgemeine Wirtschaftskrise kommt es jedoch zu einer Vertrauenskrise im Verband, der mit dem Austritt einiger Genossenschaften endet, die jedoch 1928, gemeinsam mit neuen Genossenschaften, wieder in den Verband zurückkehren.
1932   (Entführung des Lindberg-Babys, Weltwirtschaftskrise, 30 Millionen Menschen weltweit arbeitslos)
In Wien nimmt der Schärdinger Milchhof in der Linzerstraße seinen Betrieb auf. Schärdinger setzt 2,7 Mio kg Butter im Inland und 630.000 kg im Export ab. Der Käseabsatz (Emmentaler, Stangenkäse, Limburger, Schachtelkäse und Topfen) beträgt ca. 70.000 kg.
1937   (Bürgerkrieg in Spanien, Orff komponiert „Carmina Burana“)
Schärdinger hat bereits 34 Mitgliedsgenossenschaften und entwickelt sich zur größten und leistungsfähigsten milchwirtschaftlichen Absatzorganisation Österreichs.
1939
–1945
(Zweiter Weltkrieg)
Nach dem 1938 erfolgten Einmarsch der deutschen Truppen in Österreich werden nach drastischen personellen Veränderungen die Niederlassungen Innsbruck und Linz gegründet. Die Schärdinger Verbandsorganisation wird zu einer Großverteiler- und Auffangstelle umfunktioniert. Während des Krieges kommt es zu zahlreichen personellen Engpässen durch Einberufungen sowie zum Beginn der industriellen Molkeverwertung. Nach Kriegsschluß steht der Schärdinger Milchhof in Wien durch Kriegsschäden und Plünderungen monatelang still.
1946
–1947
  (Nürnberger Kriegsverbrecher-Prozess, Währungsreform)
Die ersten 150.000 Liter Milch aus Oberösterreich treffen nach langen Verhandlungen mit den Besatzungsbehörden im Schärdinger Milchhof ein. Eine katastrophale Dürre im Jahr darauf zwingt zur Drosselung der Produktion.
1950   (Koreakrieg, Baubeginn des Kraftwerks Kaprun)
Zum 50-jährigen Jubiläum umfasst Schärdinger 41 Molkereigenossenschaften, 6 Käsereigenossenschaften und 40.000 Mitglieder.
1952   (Wiedereröffnung des Stephansdoms, „Casablanca“ wird gedreht)
Die Vollversammlung beschließt eine Umbenennung der „Ersten Zentral-Theebutterverkaufsgenossenschaft Schärding“ in „Schärdinger OÖ Molkereiverband“.
1961
–1962
  (Mauer in der DDR errichtet, Kubakrise)
Über 60 % des österreichischen Butterexports werden von Schärdinger gestellt. In Linz wird der Schärdinger Hof als Büroneubau eröffnet, auch im Wiener Milchhof werden umfangreiche Investitionen getätigt.
1964   (Chruschtschow in Moskau gestürzt, Beatles machen Weltkarriere)
Die neue EWG Milchmarktordnung zwingt Österreich, sich neue Exportmärkte im Osten und im Nahen Osten zu suchen.
1967
–1969
  (Cassius Clay wird Boxweltmeister, Sechstagekrieg im Nahen Osten, Mondlandung der Appollo 11)
Der Gesamtumsatz von Schärdinger überschreitet erstmals die Milliarden-Schilling-Grenze. Schärdinger setzt in der Produktion einen Schwerpunkt auf Käse und führt ein Qualitätsprogramm im Jahre 1969 ein.
1971
–1974
  (Bruno Kreisky wird Bundeskanzler, Jom-Kippur-Krieg im Nahen Osten, Watergate-Skandal erfordert Nixons Rücktritt)
Schärdinger hat bereits 20 Markenkäse im Programm und führt die Premium-Buttermarke „Primina“ ein. Schärdinger erhält den „Staatspreis für Werbung“. Der Slogan „Mit Schärdinger lässt sich´s leben“ wird erstmals verwendet. 1974 wird auch das Zentrallager Pasching bei Linz in Betrieb genommen.
1977   (OPEC-Überfall, Charta 77 in der CSSR)
Schärdinger schließt sich mit dem Molkereiverband Mauerkirchen (Sirius und Achleitner) zusammen.
1978
– 1980
  (Zwentendorf-Volksabstimmung, Khomeini kommt in Persien an die Macht)
Nach erfolgreichen Neueinführungen (1978 Schärdinger Landfrischkäse, 1979 Schärdinger Bergbaron) steigt der Schärdinger-Vertriebsumsatz auf 4,3 Milliarden Schilling. Die Molkona-Molkevertriebs Ges.m.b.H. und die Landhof Ges.m.b.H. werden organisatorisch eingegliedert.
1981
– 1988
  (Falklandkrieg, Tschernobyl, Glasnost und Perestroika in Russland)
Nach dem Ausbau des Zentrallagers Pasching und des Wiener Milchhofs werden zahlreiche Innovationen (Abpackung in Tetra Brik, neue Käsesorten wie Traungold, St. Severin, Schärdinger Jaus’nkäs, Mousse au Chocolat, Frischmilchmarke „Wiesenglück“) auf den Markt gebracht. Der Schärdinger Gmundnerberg (Fontina) wird 1986 in Wisconsin/USA zum weltbesten Schnittkäse gekürt. Das Schärdinger Käsesortiment umfasst 70 Sorten Käse und erreicht den Spitzenabsatz von 27.800 Tonnen.
1989
– 1990
(„Samtene Revolution“ in ganz Osteuropa, Massaker am Platz des Himmlischen Friedens in Peking, Deutsche Wiedervereinigung)
Im Zuge der Vorbereitungen Österreichs auf einen bevorstehenden EU-Beitritt wird Schärdinger nach einstimmigem Beschluss der Generalversammlung Teil der neu gegründeten AMF (Austria Milch und Fleisch reg.Gen.m.b.H.), einem Zusammenschluss von sechs Molkereiverbänden mit 1.800 Mitarbeitern, in dem Schärdinger 47,68 % und Agrosserta 25,07 % der Anteile halten.
1991
–1996
  (Golfkrieg im Irak, Bürgerkrieg in den jugoslawischen Teilrepubliken, EU-Beitritt Österreichs)
Infolge der Gründung der AMF, werden zahlreiche Umstrukturierungs- und Rationalisierungsmaßnahmen durchgeführt. Schärdinger behauptet sich als bekannteste Marke für Käse- und Milchprodukte. Die Öffnung des europäischen Marktes bringt für die Schärdinger weitreichende Veränderungen in der Wettbewerbssituation, auf die man durch Innovationen wie den „Moosbacher“ reagiert. 1996 kauft die neugegründete Berglandmilch die Milchagenden und dazugehörigen Marken aus der AMF.
1999   (Kosovokrieg, erste Weltumrundung mit Ballon in 19 Tagen)
Einführung des Affineur-Konzeptes und des „Schärdinger Kracher“. Schärdinger wird für seine Großlochkäsesorten Moosbacher (Exportkäsekaiser) und Bergbaron (beliebtester Käse Österreichs) von der Agrarmarkt Austria (AMA) zum „Käsekaiser“ gekürt.
2000   (Millenniumsfeierlichkeiten in aller Welt)
Schärdinger feiert sein hundertstes Jubiläum. „Schärdinger“ ist die umsatzstärkste Mopro-Marke des österreichischen Lebensmittelhandels. Konsequente Qualitätsarbeit und Kundenorientierung bestimmen den Erfolgskurs der Marke.